Neuigkeiten

29.10.2020 Information vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Schulbetrieb und Kindergartenbetrieb nach den Herbstferien

In Thüringen wird auch nach den Herbstferien ab 2. November 2020 der Schul- und Kindergartenbetrieb im Allgemeinen in der Stufe Grün fortgesetzt. Bildungsminister Helmut Holter begrüßt die entsprechende Verabredung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, die das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Betreuung stärkt. „Schulen und Kindergärten sind auch weiterhin nicht die Treiber des Pandemiegeschehens. Dennoch müssen wir auf die neue Lage, auf den Lockdown, reagieren und alles dafür tun, damit das auch so bleibt. Wir müssen Kontakte reduzieren und die Regeln noch einmal schärfen. Der Stufenplan ist weiter in Kraft. Wir können noch stärker reagieren, wo und wenn es nötig ist. Wir haben jedoch auch innerhalb der Stufe Grün weitere Möglichkeiten, um den vorbeugenden Infektionsschutz weiter zu schärfen, ohne Bildung und Betreuung bereits einzuschränken. Diese ergreifen wir nun.“

Minister Holter hat daher am Donnerstag bereits die Schulen über folgende ab Montag 2. November 2020 gültige Regelungen informiert:

  • In Landkreisen und Kreisfreien Städten mit einer Siebentagesinzidenz über 50 Fällen können sich Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler mit Risikomerkmalen für einen besonders schweren Krankheitsverlauf auf eigenen Wunsch vom Präsenzunterricht befreien lassen. Die Regelung ist bereits von früheren Maßnahmen her bekannt und wird nun thüringenweit in Kraft gesetzt. Grundlage bieten die §§ 30 und 33 ThürSARS-CoV-2-KiJuSSp-VO.
  • zwischen dem 2. und 22. November wird die Möglichkeit zur freiwilligen Testung für Lehrkräfte im Rahmen des bestehenden Testsystems des TMBJS ausgeweitet: Lehrkräfte können sich nun einmal pro Woche testen lassen. Auch dieses Verfahren ist bekannt.

Angesichts des bevorstehenden gesellschaftlichen Lockdowns sind zudem am Donnerstag weitere Maßnahmen beschlossen worden, die den Schulen und Schulträgern nun schnellstmöglich übermittelt werden:

  • Schulübergreifende schulische Wettbewerbe können für die Dauer des Lockdowns nicht als Präsenzveranstaltungen stattfinden, sondern müssen soweit möglich dezentral und digital durchgeführt werden.
  • Schulübergreifende schulsportliche Wettbewerbe werden für die Dauer des Lockdowns abgesagt, sofern nicht andere dezentrale, also geografisch nicht schulübergreifende Formate oder eine Verschiebung möglich sind.
  • Klassenfahrten und andere Maßnahmen des Lernens am anderen Ort werden für die Dauer des Lockdowns abgesagt.

Die Kommunen und die Träger der Kindertageseinrichtungen sind aufgerufen, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und Verantwortung auch für die Kindertageseinrichtungen die Infektionsschutzmaßnahmen der Stufe Grün zu schärfen. Geeignet dafür sind insbesondere:

  • häufige Raumlüftung unter Wahrung der Unfallvorschriften;
  • Verzicht auf gruppenübergreifende Aktivitäten, wo möglich;
  • Feste Ess- und Schlafplatzzuweisung, wo möglich;
  • Verlegung von Aktivitäten ins Freie unter Berücksichtigung der Infektionsschutzvorschriften, dabei möglichst Meidung des Öffentlichen Personennahverkehrs;
  • Bildung von Outdoor- und Waldgruppen, wo möglich;
  • Durchführung von Förderangeboten (Frühförderung) unter besonderer Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen zum Schutz der Beteiligten, notfalls auch außerhalb der Kindertageseinrichtung;
  • Ausweitung und strenge Kontrolle von Betretungsverboten;
  • Versetzte Hol- und Bringzeiten, Übergabe außerhalb der Einrichtung, wo möglich;
  • Verlagerung von Elterngesprächen außerhalb der Einrichtung, z. B. in die Räume des Trägers;
  • Management von Elternabenden unter besonderen infektionshygienischen Vorsichtsmaßnahmen.

Der Thüringer Stufenplan bleibt in Kraft. Das Bildungsministerium analysiert derzeit die Infektionslage insbesondere in den Landkreisen und Kreisfreien Städten mit hoher Inzidenz. Weitergehende Maßnahmen in den nächsten Tagen für einzelne besonders schwer betroffene Regionen werden derzeit noch diskutiert.

An alle Schulen

Erweiterte Maßnahmen zum Schulbetrieb nach den Herbstferien 2020

Ergänzungen zum Schreiben vom 28. Oktober 2020

Sehr geehrte Schulleiterinnen, sehr geehrte Schulleiter,

in der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 28. Oktober 2020 haben sich alle Betei-ligten auf ein gemeinsames Vorgehen zur Bewältigung der Coronapandemie verständigt.

Der Beschluss ergab, dass u. a. Bildungseinrichtungen (Schulen und Kinder-gärten), solange es geht, offenzuhalten sind und wir damit das von uns an-gestrebte Ziel, das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Be-treuung bestmöglich zu gewährleisten, erreichen können. Die Inhalte des Beschlusses werden sich in der Thüringer Verordnung über außerordentli-che Sondermaßnahmen zur Eindämmung einer sprunghaften Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 (Thüringer SARS-CoV-2-Sondereindäm-mungsmaßnahmenverordnung – ThürSARS-CoV-2-SonderEindmaßnVO –) wiederfinden. Der Stufenplan ist weiterhin in Kraft. Wir haben auch innerhalb der Stufe 1 (GRÜN) weitere Möglichkeiten, um den vorbeugenden Infekti-onsschutz weiter zu schärfen, ohne Bildung und Betreuung bereits einzu-schränken.

Die Maßnahmen aus meinem Schreiben vom 28. Oktober 2020 haben wei-terhin Bestand und werden um die folgenden niedrigschwelligen Maßnah-men für die Zeit vom 2. bis. 30. November 2020 ergänzt.

• Bildung möglichst gleichbleibender Kohorten in den Schulen (z. B. Klassen, Klassenstufen, Jahrgangsstufen, Lernhäuser, Stammgrup-pen, gymnasiale Oberstufen usw.) und nach Möglichkeit die Vermei-dung von deren Durchmischung;

• nach Möglichkeit gestaffelte kohortenbezogene Pausenzeiten;

 

• konsequente Umsetzung der schulinternen Schutzkonzepte (schuli-scher Hygieneplan: Stand: 26. Oktober 2020);

 • Lernen am anderen Ort (z. B. Klassenfahrten, Wandertage, Schüler-praktika an allgemeinbildenden Schulen, Berufsorientierung außer-halb des Schulgebäudes) sind umgehend abzusagen;

• Betretungsverbot für schulfremde Personen und Eltern;

 

Ausgenommen davon sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulverwaltung und der Schulämter, Reinigungspersonal von externen Anbietern und Handwerkern oder ähnliche. Das Betreten dieser Personen ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Beim Betreten des Schulgebäudes herrscht für diesen Personenkreis eine Mund-Nasen-Bedeckungspflicht;

• der Personenkreis, der sich in der Zeit vom 2. bis 22. November 2020 freiwillig einmal pro Woche testen lassen kann, wird auf alle Perso-nen an Schule ausgeweitet, die im direkten Kontakt zu Kindern ste-hen. Das bedeutet auch, dass das technische und weitere Personal des Schulträgers davon nach dem bekannten Verfahren Gebrauch machen kann;

• bildungsbezogene Internate und Wohnheime sind für die Berechtig-ten offen zu halten. Dabei kommt es nicht auf die Trägerschaft an;

• der Schulsport findet statt; die Schulträger haben für die Öffnung der Sportstätten Sorge zu tragen;

• der Schwimmunterricht ist zu gewährleisten, soweit die Schwimmhal-lenbetreiber die Öffnung für den Schwimmunterricht ermöglichen; die Hygienekonzepte der Betreiber sind einzuhalten;

• alle Veranstaltungen in Schule (wie z. B. Elternabende) sind abzusa-gen;

• schulinterne Beratungen, inklusive Dienstberatungen sowie schulauf-sichtliche Aufgaben können weiterhin unter Einhaltung der Hygiene-regeln stattfinden;

• schulische Wettbewerbe finden im Monat November ausschließlich schulintern, als Einsende- oder Onlinewettbewerb statt;

• schulsportliche Wettbewerbe über die eigene Schule hinaus sind ab-zusagen, soweit sie nicht verschoben oder in einem geeigneten kon-taktlosen Format oder als Fernwettbewerb ausgetragen werden kön-nen;

• alle Veranstaltungen, die außerhalb des Unterrichts in den Räumlich-keiten des Schulgebäudes stattfinden, sind abzusagen;

• Ganztagsbetreuung in Form von Arbeitsgemeinschaften und Maß-nahmen aus dem Schulbudget mit schulfremden Personen sind ab-zusagen, sofern sie nicht in einer dem Distanzunterricht ähnlichen Form digital stattfinden können.

 

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass am 2. November 2020 generell alle Schulen in der Stufe 1 (GRÜN) mit dem Unterricht beginnen, es sei denn, es ist ein konkretes Infektionsgeschehen bekannt geworden. In einem solchen Fall wird die bekannte Verfahrensweise umgesetzt.

 Sehr geehrte Schuleiterinnen, sehr geehrte Schulleiter,

die Schule ist auch weiterhin nicht der Treiber des Pandemiegeschehens. Das ist Ihnen, Ihren Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern zu verdanken. Dafür möchte ich Ihnen und den weiteren Beteiligten meinen Dank aussprechen.

Es ist und bleibt wichtig, dass wir weiter die Verantwortung für uns und un-sere Mitmenschen übernehmen und dabei achtsam bleiben. Ich bitte alle Be-teiligten von Schule, sich nicht nur in den Schulen, sondern auch im Freizeit-verhalten streng an die (Hygiene-)Regeln zu halten. Das Gebot der Stunde ist die Kontaktreduzierung.

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Holter